Montag, 7. April 2014

Sie DARF kochen!

Erinnert ihr euch eigentlich noch an dieses nette Werbevideo aus der Zeit, als sich Frauen noch glücklich schätzen konnten, weil sie backen durften? Und dass es "erstaunlich [ist], was ein Mann essen kann, wenn er verheiratet ist"? 

Nun, in meinem Twitter-Feed tauchte gestern wieder eine frohe Werbebotschaft aus der Vergangenheit auf, die heutzutage als frauenfeindlich eingestuft würde und die mich sofort an das schöne Puddingpulver-Video denken ließ, in dem es heißt: "Eigentlich hat SIE es ja viel besser als ER. Sie DARF backen!" 





Und der Frau, die mit der neuen Küchenmaschine kochen DARF, geht es dann wohl so ähnlich. Dazu sind Ehefrauen ja schließlich da. 

In diesem Sinne: "Es macht Spaß, zuzusehen, denn: Backen macht Freude."

Kennt ihr auch Werbeplakate oder -filme zum Thema Kochen und Backen aus einer Zeit, in der die Diskriminierung der Frau kein Ding der Unmöglichkeit war? 

♥sabrina

Sonntag, 6. April 2014

Rezept // Pancakes

Als Kinder haben wir die Schlafenszeit verflucht und uns gewünscht, der Tag möge kein Ende nehmen. Mittagsschlaf war eine Qual, Zubettgehen am Abend ein Drama. Schlaf - welch Zeitverschwendung.

Heute sehe ich das anders. Mit Arbeitszeiten, die dem Rhythmus der meisten Mitmenschen gegenläufig sind, und einer körperlichen Belastung, die die der besagten Mitmenschen häufig weit überschreitet, ist Schlaf wohl für jeden, der im Gastgewerbe arbeitet, ein kostbares Gut.


Umso schlimmer, wenn man dann im Bett liegt, hundemüde ist, spürt, wie die Lider immer schwerer werden… - und der Verstand geistige Pirouetten dreht und einen davon abhält, ins Land der Träume zu versinken. So geht es mir jetzt gerade. 

Und da ich nun schon wieder praktisch so gut wie hellwach bin (solange ich kein Körperteil außer meiner Finger bewegen muss), dachte ich mir, ich blogge einfach ein bisschen. Und nasche nebenbei Kekse, trinke Milch und wärme mir die Füße an meiner kleinen Wärmflasche mit der kleinen Giraffe, die ein Gesicht wie eine Kuh hat. {Merkt man eigentlich schon, wie müde ich eigentlich bin?} Das Rezept, das ich heute mit euch teile, hätte eigentlich schon heute morgen online gehen sollen, aber als ich gestern (bzw. heute) von der Spätschicht nach Hause kam, war ich - Überraschung - zu müde, um mich noch an den Computer zu setzen und zu schreiben. Deshalb gibt es statt Sonntagsfrühstück jetzt für euch eben Pancakes zum Montagsfrühstück - oder ganz spontan als Mitternachtsimbiss für alle, die nicht einschlafen können. Lasst es euch schmecken und gute Nacht! 



Pancakes für Jederzeit und Alletage 

100 g Milch 
1 Ei 
25 g Öl
30 g Zucker 
90 g Mehl 
2 Messerspitzen Backpulver

Zuerst die flüssigen Zutaten mit dem Schneebesen gut mischen (leicht anschlagen), Zucker unterrühren, zum Schluss Mehl und Backpulver zugeben und ebenfalls gut untermischen. Nach Bedarf mit Vanille, Zimt, Orangen- und Zitronenzesten oder Gewürzen nach Wahl aromatisieren. 
Jeweils einen bis zwei Esslöffel der Masse in einer heißen Pfanne in Butter oder Öl ausbacken, zwischendurch vorsichtig wenden, bis die Pancakes von beiden Seiten goldgelb sind. 

Mit Ahornsirup, Karamell-, Frucht- oder Schokosoße oder Zimtzucker servieren! 

{Wer die französische Küche der amerikanischen vorzieht, mag vielleicht lieber hauchdünne Pfannkuchen zum Frühstück… ?}

♥sabrina 

Freitag, 4. April 2014

Der ganze Stolz (m)einer Mutter

Meine Mutter hatte schon immer ein Talent dafür, der Welt zu zeigen, wie stolz sie auf ihre Kinder ist. Als mein älterer Bruder seine Ausbildung zum Koch machte und wir eines abends in seinem Lehrbetrieb ein leckeres Drei-Gang-Menü verspeisten, machte er den Fehler, kurz aus der Küche herauszuschauen um zu sehen, ob es uns schmeckte. 

Darauf sprang meine Mutter auf, klatschte vor Begeisterung in die Hände und rief - zur Verwunderung und zum Amüsement der anderen Gäste - voller Stolz und in bestem Schwäbisch: "Mein Bua*! Und er hat eine weiße Kochjacke an!" Abgesehen davon, dass es ihm in dem Moment wohl etwas peinlich war, dass nun alle Gäste nicht nur nach der Quelle des Tumults Ausschau hielten, sondern auch seine Uniform peinlich genau nach Flecken absuchten, hat sich dieser Satz im Laufe der Jahre zu einem running gag in meiner Familie entwickelt. 



So gesehen bin ich verhältnismäßig gut weggekommen - wenn ich während meiner Ausbildung mal einen Blick aus der Backstube heraus gewagt habe, hat sie mich zwar immer stolz angestrahlt, es gleichzeitig jedoch vermieden, die Aufmerksamkeit der übrigens Café-Besucher auf mich zu ziehen. 

Am Mittwoch dann waren meine Eltern, meine Oma und ich gemeinsam essen im Gasthaus Hotel Adler, einem tollen, ursprünglichen Restaurant in der Nähe meiner Heimatstadt. Meine Eltern ließen sich den ersten Spargel der Saison schmecken, meine Oma schwelgte in Erinnerungen über die Leber, die sie verspeiste und ich ließ mir ein feines Lamm auf der Zunge zergehen. Das Essen war ein Traum und ich wusste (von früheren Besuchen), dass mich auch der Nachtisch nicht enttäuschen würde. 



Und gerade, als ich bestellen wollte, erklärte meine Mutter hinter vorgehaltener Hand und in verschwörerischem Unterton: "Meine Tochter ist nämlich gelernte Konditorin und arbeitet in der Dessertküche eines Fünf-Sterne-Hotels in München!" 

Da war er wieder, der Moment, um in den Boden zu versinken. Der leicht besorgte Blick des Kellners, wie er sich nur auf den Gesichtern von Gastronomen widerspiegelt, die das Urteil anderer Gastronomen ehrfürchtig erwarten. Die vorsichtige Geste, mit der der Teller vor mir platziert wurde. Das zaghafte Nachfragen, ob alles recht sei. Und die Erleichterung, als ich strahlend erkläre, wie toll die Dessertvariation aus Rotwein-Sorbet, Schokomousse, Nusskuchen, Obst und Maracuja-Panna Cotta doch schmecke. 

Zusammenfassend sollte ich wohl sagen: das Dessert war - wie auch der Hauptgang - ein Gedicht und auch wenn sie manchmal für komische Blicke sorgen, sind die spontanen Stolzes-Bekundungen meiner Mutter doch immer eine nette Überraschung für alle Beteiligten. Und da ja bekanntlich jede Tochter irgendwie auch wie ihre Mutter wird, werde ich später wahrscheinlich meinen Stolz mal genauso in die Welt hinausposaunen. :) 

♥sabrina

{* = schwäbisch für "Junge"}

Dienstag, 25. März 2014

365 Tage Zimtzauber & Zuckernebel

Erinnerungen sind schon etwas Seltsames. Wenn ich auf die Vergangenheit zurückblicke, scheine ich oft nur an die positiven Dinge zurückzudenken. Wenn ich jetzt an mein Studium in Neuseeland zurückdenke, scheint es nur sonnige Tage am Strand zu geben. Regentage, Liebeskummer, Heimweh und Prüfungsstress kommen mir nicht in den Sinn - obwohl meine Tagebücher von damals eindeutig belegen, dass es auch schlechte Tage gab. London erscheint mir in meiner Erinnerung als eine pulsierende Stadt voller Leben, ich denke Stadtspaziergänge bei Frühlingswetter und spannende Museumsbesuchen - nicht jedoch an die langweilige, unzufriedenstellende Arbeit und das schlechte Essen, die meinen Alltag bestimmten. 

Und wenn ich daran denke, was vor einem Jahr war, fällt es mir schwer zu glauben, dass ich kurz vor dem Ende meiner Ausbildung im Dauerstress war und nichts anderes im Kopf hatte als die Frage, ob eine Sahnetorte ein zu großes Risiko für eine Prüfungstorte sei oder ob ich nicht lieber auf Nummer Sicher gehen und zur altbewährten Buttercreme-Torte mit Massa-Überzug zurückkommen sollte. 



In diesem Jahr ist auf dem Blog und in meinem Leben viel passiert. Ich entmystifizierte das Macaron, teilte mit euch meine drei Lieblingsrezepte mit Matcha, Lemon Curd und Champagner und zeigte euch, wie Macaron-Schalen meiner Pazifik-Torte einen zusätzlichen optischen Reiz verliehen.  
Der Frühsommer startete dann mit einem kleinen Workshop in Tortenbau-Kunde. Die Open Air-Saison wurde eingeläutet und mit ihr stellte ich euch meine Eis-am-Stiel-Kuchen vor, für die ich erst kürzlich wieder ein neues Rezept kreierte. 

Im Juli kam dann der Tag, auf den ich so lange hingearbeitet wurde: meine Gesellenprüfung, bei der ich mein Können unter Beweis stellen konnte und Kammersiegerin wurde. Danach konnte ich endlich wieder frei von der Seele weg Cupcakes backen und mich auf Wohnungssuche begeben. Im Herbst, als ich mich bereits in München eingelebt hatte, wagte ich mich schließlich an Cake Pops. Den Weihnachtstrubel genoss ich in vollen Zügen - auch wenn ich ihn auf dem Blog schlichtweg ausließ - und in das neue Jahr startete ich voller Optimismus mit Zimtschnecken und Vanillecupcakes. Die gute Laune bekam schon bald einen kleinen Dämpfer, als die München-Lethargie um sich griff und nur noch mit Cookies in Schach gehalten werden konnte. 

Seitdem war dieses Jahr gefühlstechnisch ein ewiges Auf und Ab -  genau wie mein Valentins-Menü. Angeblich aber geht es derzeit allen Menschen so. Grund dafür soll das Uranus-Pluto-Quadrat am Firmament sein und weil der Mensch an irgendetwas glauben muss, glaube ich jetzt einfach mal dran (und auch daran, dass nach Ostern alles besser werden soll) - und schaffe mir weiter schöne Momente am Sonntagmorgen

Auf ein neues Jahr Zimtzauber & Zuckernebel! 

♥sabrina


Sonntag, 16. März 2014

Sonntagsfrühstück

Nichts Schöneres als ein Frühstück im Bett an einem Sonntagmorgen. Höchstens vielleicht frische Pfannkuchen zum Frühstück im Bett an einem Sonntagmorgen.

Während ihr das hier lest und euch wahrscheinlich schon das Wasser im Mund zusammenläuft, stehe ich in meiner geliebten Pâtisserie bei der Arbeit und bereite alles für das sonntägliche Brunch vor - obwohl ich gerade jetzt nichts lieber täte als Pfannkuchen im Bett zu essen.





Hauchdünne Pfannkuchen für ein Frühstück im Bett 

- ergibt ca. 5 Stück - 

2 Eier
80 g Milch
20 g Öl
100 g Mehl
1 Prise Salz
30 g Zucker

Eier glatt rühren, die restlichen Zutaten zugeben und evtl. noch etwas Milch nachschütten, bis der Teig eine dünne, flüssige Konsistenz hat. In einer heißen, nur leicht geölten Pfanne goldgelb backen. {Dazu immer nur ein Klecks der Masse in die Pfanne geben und durch langsames Schwenken über den gesamten Pfannenboden verteilen. Dadurch entstehen hauchdünne, Crêpe-artige Pfannkuchen. Wenn sich die Ränder zu kräuseln beginnen, mithilfe eines Holzspatels oder mit viel Schwung wenden und von der anderen Seite fertigbacken.}

Mit Zimtzucker, Konfitüre, Marmelade, Schokoaufstrich oder bunten Streuseln füllen und genießen. 

Lasst es euch schmecken! 

♥sabrina

Dienstag, 11. März 2014

Rezept // Kokos-Kucheneis am Stiel

Gestern habe ich mal wieder meine Cake-sicle pan, also mein Eis-am-Stiel-Kuchen-Blech, herausgekramt, um ein "Eis" zu zaubern, das ich mit zum Picknick in den Park nehmen kann, ohne Angst haben zu müssen, es könne schmelzen. 




Vom Frühlingserwachen an diesem Wochenende habe ich leider nicht viel mitbekommen - die Arbeit hat mich mal wieder voll und ganz beansprucht. So sehr beansprucht, dass ich in der Nacht von Samstag auf Sonntag sogar im Hotel blieb, wo man mir ein Zimmer zur Verfügung stellte, damit ich trotz Überstunden genug Schlaf abbekam und meine wertvolle Zeit nicht mit der Fahrt nach Hause vergeudete. 

Die Nacht im Fünf-Sterne-Bett war angenehm, aber viel zu kurz und da ich am nächsten Morgen auf Bürste und Co. verzichten musste, sah ich zu Dienstbeginn am Sonntagmorgen nicht so frisch und erholt aus, wie ich es mir gewünscht hätte. In Wahrheit sah ich wohl ziemlich gerädert aus - und die Jungs aus der Küche machten sich einen Spaß daraus, mir das immer wieder unter die Nase zu reiben. 




Gestern also holte ich mir endlich meine verdiente Portion Sonnenschein. Ich traf mich mit Maria von Marylicious, gemeinsam schlenderten wir durch den Englischen Garten, hielten unsere Näschen in die Sonne und knabberten genüsslich die Kuchen am Stiel, die ich am Vormittag zubereitet hatte. 

Um der kommenden warmen Jahreszeit zu huldigen, habe ich mich für eine Art Bounty-Variante für den Kuchen entschieden und für den Überzug ganz klassisch zu Zartbitter-Kuvertüre gegriffen. 



Kokos-Eis-am-Stiel-Kuchen 

- ergibt 8 Stück - 

1 Ei
90 g Zucker 
30 g flüssige Butter
2 Mini-Bounty oder andere Kokos-Schokoriegel 
1 Prise Salz
90 g Mehl 
1/2 TL Backpulver
60 g Milch 
30 g Kokosflocken  
1 Schuss Rum 

dunkle Kuvertüre zum Überziehen

Ei und Zucker werden schaumig aufgeschlagen. Die Butter wird verflüssigt, die Kokosriegel in das Töpfchen gebröckelt und beides vermischt, dann zur Eiermasse dazugegeben. Mehl, Backpulver, Salz und Kokosflocken langsam (und nur kurz) unterrühren, Milch und Rum zum Schluss ebenfalls kurz unterrühren. 




Mit einem Esslöffel oder einem Dressiersack auf die (gefetteten) 8 Mulden des Eis-am-Stiel-Bleches verteilen und bei 160°C knapp 20 Minuten backen. 
Nach dem Auskühlen werden die Kuchen auf Stäbchen gesteckt, mit temperierter* Kuvertüre überzogen und mit Kokosraspeln bestreut. 

*Wem Temperieren zu aufwändig ist, nimmt Fettglasur oder Überzugsglasur aus dem Backregal - oder gibt etwas Öl oder Kokosfett zur Kuvertüre, um die Streifenbildung bei Nichttemperieren zu umgehen. 

Noch nicht genug Kucheneis am Stiel genascht? Für meine Grundrezepte für helles und dunkles Kucheneis am Stiel einfach hier klicken.

Und noch mehr hübsche cake-sicles gibt's übrigens bei Kaylah, die mich damals überhaupt erst auf dieses tolle Blech gebracht hat! 

Genießt den Sonnenschein! 

♥sabrina

Montag, 10. März 2014

Fremdgeschrieben 2.0

Ihr Lieben, nach der Invasion der Siedegebäcke der letzten Wochen gibt es heute einmal etwas Neuseeländisches von mir - und zwar drüben bei meiner Backschwester Rebecca von Bambi backt



Sie weilt gerade in dem Land, dem mein Herz gehört, "meinem" Neuseeland, und genießt dort Unabhängigkeit, Freiheit, Natur und die Gastfreundschaft der Kiwis. Ich bin mir sicher, dass sie uns bald nach ihrer Rückkehr von ihren Abenteuern berichten wird. Bis es soweit ist, könnt ihr ja mal auf ihre Seite rüberflitzen und davon lesen, was ich so alles im Land der langen weißen Wolke erlebt habe. Macht euch auf eine süße Sauerei gefasst!